Die Halbinsel Mönchgut

Gleich sieben Museen vermitteln die einzigartige Geschichte der Halbinsel Mönchgut. Schon im 14. Jahrhundert hatten Mönche aus dem Zisterzienserkloster Eldena nahe Greifswald die Halbinsel erworben und ihm später auch den Namen gegeben: „Mönike Guedt“, das Gut der Mönche. Unter der kirchlichen Verwaltung konnte die Halbinsel sich eigenständig und mit gewissem Wohlstand entwickeln. Auch die ersten Sommerfrischler, die um 1910 mit dem „Rasenden Roland“ einfuhren, konnten die eigenwillige Mentalität der Ureinwohner nicht beeinflussen. Von den Festländern wurden die Mönchguter „Poken“ genannt, weil sie sich vermeintlich nur damit beschäftigten, den Hering aus den Netzen zu „puken“. Heute sind die Ureinwohner stolz auf ihre Eigenheiten, den mit den kulturellen Spuren blieb auch die urtümliche Landschaft erhalten.

Die knapp 30 km² große Halbinsel besteht aus verschiedenen Inselkernen. Groß Zicker, Klein Zicker und das Reddevitzer Höft sind selber kleine Halbinseln. Das Ostseebad Göhren ist ein echter Badeort mit Kurpark und Kneippanwendungen, einer Strandpromenade und vielen Hotels in restaurierten Villen der Bäderarchitektur. Das Ostseebad Thiessow hingegen ist bodenständig und beschaulich. Hier herrscht Gelassenheit – kein Wunder hat man doch den kilometerlangen Ostseestrand vor der Haustüre und die idyllische Halbinsel Klein Zicker im Hinterland. Thiessow war seit 1859 eine Lotsenstation und vom 11 Meter hohen Lotsenturm hat man einen tollen Rundblick.

Im Schulmuseum in Middelhagen kann man an historischen Schulstunden teilnehmen, eine Radtour über den „langen Wech“ des Reddevitzer Höfts vermittelt einen guten Eindruck von der Vielfalt der unterschiedlichen, bis zu 66 Meter hohen, Inselkerne, aus denen die Halbinsel Mönchgut zusammengesetzt ist. Die Fischer in Gager verarbeiten ihren Fisch als Genossenschaft und in ihren kleinen Hütten am Boddenstrand wird der frische Fang direkt verarbeitet. Auch eine Lachsmanufaktur hat sich hier angesiedelt. Das frühere Fischerdorf Groß Zicker steht komplett unter Denkmalschutz. Mitten im Ort steht das Pfarrwitwenhaus, das eine architektonische Besonderheit darstellt. Es sieht aus wie ein Zuckerhut und ist ein seltenes Beispiel des niedersächsischen Hallenhauses.