Rügen – die Insel der Schlösser und Herrenhäuser

Viele interessante Urlaubstage können unsere kultur- und naturinteressierten Gäste bei einer Exkursion entlang der geschichtsträchtigen Wege in die Vergangenheit verbringen. Liegen doch die meisten alten Guts- und Herrenhäuser eingebettet in den schönsten der abgelegenen Gegenden der Insel Rügen.

Jagdschloss Granitz

Von Mönchgut aus kommend ist natürlich das Jagdschloss Granitz, gut mit den Fahrrad und unserer Kleinbahn „Rasender Roland“ erreichbar, der erste Meilenstein auf Ihrer Schlössertour. Das nach Plänen des Berliner Baumeisters Johann Gottfried Steinmeyer in den Jahren ab 1836 auf dem Tempelberg errichtete Jagdschloss zählt die meisten Besucher aller Schlösser in Mecklenburg – Vorpommern. Den Weitblick den der Erbauer Wilhelm Malte I. zu Putbus bei der Wahl dieses außergewöhnlichen Standortes besaß, kann der Besucher vom 145m über den Meeresspiegel hinaus ragenden Mittelturm (Karl Friedrich Schinkel) genießen. Es ist wahrlich ein atemberaubendes 360° Panorama und an klaren Tagen ist Wollin, die polnische Nachbarinsel von Usedom zu sehen. Darüber hinaus erwarten den Besucher interessante Ausstellungen, eine urige Gastronomie und viele hochkarätige Konzertveranstaltungen.

Schloss Ralswiek

Mitten in eine der schönsten Parkanlagen eingebettet liegt mit Blick auf den Großen Jasmunder Boddens das Schloss von Ralswiek. In dem Ort dessen Name wahrscheinlich die Bedeutung „sandige Bucht“ hat, wurde eine 8000- jährige Siedlungsgeschichte nachgewiesen. In slawischer Zeit ein bedeutender Hafen konnte der Ort auch nach der Christianisierung durch die Dänen seine Rolle als maritimes Zentrum der Insel Rügen verteidigen. Bevor Hugo Sholto Graf Douglas in den Jahren nach 1891 das Schloss im Stile der Neorenaissance errichten ließ, war diese Stätte im Besitz wechselnder Rügener Adelsfamilien. Nach der Enteignung des Grafen Douglas 1945 diente das Gebäude dem Deutschen Roten Kreuz als Pflegeheim. Im heute als Hotel betriebenen Haus sind viele Gestaltungselemente der Jugendstileinrichtung und Originalbilder aus der guten alten Zeit erhalten. In den Jahren 1959 – 61 und 80 – 81 fanden auf einer Naturbühne zu Füßen des Schlosses die Störtebeker-Festspiele statt. Diese Veranstaltungsidee von Hanns Amselm Perten und Kurt Barthel wurde im Jahre 1993 vom Intendanten Peter Hick wieder aufgegriffen und zur berühmtesten Kulturveranstaltung des Landes Mecklenburg – Vorpommerns gemacht.

Schloss Spycker

Erste Erwähnung findet der älteste Profanbau der Insel Rügen im Jahre 1318 als Besitztum der Patrizierfamilie von Külpen. Als Pommern nach dem Dreißigjährigen Krieg durch den Westfälischen Frieden an Schweden fiel veranlasste die schwedische Königin, das ihrem Feldmarschall Carl Gustav Wrangel das Schloss Spycker als Lehen übereignet wird. Nach einer bewegten Geschichte unter der schwedischen Herrschaft kam der Renaissancebau, nach der Schwedenzeit vorübergehend in die Nutzung durch napoleonische Truppen und im Jahre 1817 in den Besitz des Fürsten Wilhelm Malte I.zu Putbus. Leider viele Jahre dem Verfall preisgegeben wurde das Gebäude von 1960 bis 89 vom Feriendienst der Gewerkschaften als Erholungsheim genutzt. Die jetzigen Betreiber führen den Prachtbau als Hotel und Begegnungsstätten für Kunst und Kultur.